Die OVZ begleitet den Imkerverein - Wiehl

                             durch das Bienenjahr 2018


 OVZ: Februar 2018

 

 

 OVZ: April 2018

 

OVZ: Mai 2018

 

 

 

OVZ: Juni 2018


 

OVZ: Juli 2018

 

 

OVZ: Juli 2018

 

 

 

 OVZ: September 2018



 

 

 OVZ: Oktober - 1  2018

 

 

 OVZ: Oktober - 2 - 2018

 

 

  OVZ: Interview Imker im November 2018

 

Das Bienenjahr ist zu Ende. Wir haben die Mitglieder des Wiehler Imkervereins durch dieses Jahr begleitet. Zum Abschluss unserer Serie und als Fazit sprachen Frank Klemmer und Katja Pohl mit dem Vorsitzenden des Vereins, Martin Wölk, mit Hans Rahn, Dr. Reinhard Gebauer und Willi Kristen.

 

Was ist aktuell noch zu tun?

 

Wölk: Das eigentliche Bienenjahr hört im August auf. Ab Anfang September herrscht Winterruhe. Für den Imker bedeutet das, dass noch eine Varroa-Behandlung gegen den Milbenbefall durchgeführt wird. Die letzte dieser Behandlungen erfolgt jetzt im Dezember. Außerdem machen wir Rähmchen sauber, gießen Mittelwände, streichen den Stock oder sind, zum Bespiel in Wiehl, auf den Weihnachtsmärkten präsent. Denn in der kalten Jahreszeit ist unser Honig sehr gefragt. Honig gehört für viele Menschen zur Adventszeit einfach dazu. Wichtig ist allerdings auch, dass wir die Stöcke an ihren Standorten regelmäßig kontrollieren. Mäuse können großen Schaden anrichten. Und an meinen Stöcken gab es auch schon wieder Spuren, die die Spechte hinterlassen haben.

 

Rahn: Zudem stellen wir derzeit zum Beispiel Cremes, Salben und Tinkturen mit Propolis her. Propolis ist eine von Bienen hergestellte, harzartige Masse, die sich als wirksam gegen Viren und Bakterien erwiesen hat. Die Cremes sind wunderbar für die Haut, gerade jetzt, wo die Temperaturen sinken. Und der Honig ist eine Hilfe in der Erkältungszeit, der ja tatsächlich jedes Jahr anders schmeckt. Er ist eben ein reines Naturprodukt.

 

Welche Auswirkungen hatte der sehr trockene Sommer auf die Imker?

 

Rahn: Unsere Honigernte ist im Durchschnitt um etwa die Hälfte geringer ausgefallen, als üblich. Allerdings ist das durchaus auch etwas Normales, denn kein Imkerjahr gleicht dem anderen.

 

Wölk: Das ist ja auch das Spannende am Imkern: Wir arbeiten mit und reagieren auf die Jahreszeiten, wir beobachten die Natur. Da hatten wir in diesem Frühjahr nach einer langen kühlen Phase eine sehr kurze, kompakte Obstbaumblüte, die zwar eine gute Ernte im Frühjahr ergab. Dafür war die Sommertracht aufgrund des Wetters sehr mau.

 

Wie kam das?

 

Wölk: Die Bodenfeuchte fehlte, die Pflanzen hatten Stress – es gab folglich weniger Nektar.

 

Rahn: Ich kenne in Winterborn einen Imker, der 70 Völker besitzt, schon ab Mai zugefüttert hat und das über das Jahr immer wieder machen musste. Wenn man auf so etwas nicht achtet, kann ein Volk auch mitten im Sommer verhungern. Es ist aber natürlich auch so: Wenn ich zufüttere, kann ich keinen Honig ernten.

 

Kristen: Bis zum nächsten Frühjahr wird der Honig, den wir verkaufen können, daher vermutlich nicht reichen. Da helfen sich die Imker hier in Oberberg dann aber auch gegenseitig. Die Anfragen sind momentan einfach größer als unser Angebot.

 

Ist das Interesse der Menschen an regionalem Honig gestiegen?

 

Gebauer: Die Imkerei in Oberberg hat in den vergangenen Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen, und das Interesse nimmt immer noch zu. Wir haben Zuwachs an neuen Imkern und auch an Bienenvölkern, was sehr gut ist. Die Menschen denken aber auch umweltbewusster und lokaler und sind bereit, etwas mehr Geld für gute Produkte auszugeben. Ein Trend, den wir sehr begrüßen.

 

Etwas mehr Geld – was heißt das?

 

Rahn: Wir verkaufen den Honig im Verhältnis zu dem Aufwand, den wir betreiben, immer noch recht günstig. Acht Euro pro 500 Gramm wären im Grunde realistisch.

 

Gibt es auch schon eine Prognose für das kommende Jahr?

 

Rahn: Im Grunde herrschen gute Voraussetzungen. Die Völker sind stark, aber gerade durch die warmen Temperaturen herrschte auch lange gutes Flugwetter. Das könnte bedeuten, dass die Winterbienen, die ja eigentlich von August bis März im Stock in Ruhe in der Traube sitzen sollen, sich zu sehr verausgabt haben. Aber eine genaue Vorhersage können wir jetzt noch nicht machen. Das hängt ganz stark von der Natur ab.

 

 

OVZ: Dezember 2018 

 

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